Die Immobilienpreise steigen tendenziell, wenn die Zinsen sinken. Die Zinsen wiederum können nur dann nachhaltig gesenkt werden, wenn die Inflation stabil bei rund 2% liegt. Genau das ist derzeit aber nicht der Fall.
Die EZB hat am 11. Juni 2026 die Leitzinsen überraschend um 25 Basispunkte angehoben (Einlagesatz auf 2,25%, Hauptrefinanzierungssatz auf 2,40%). Grund ist der anhaltende Inflationsdruck durch stark gestiegene Öl- und Energiepreise infolge des Iran-Konflikts. Die EZB-Projektionen sehen für 2026 eine Inflationsrate von 3,0% und somit deutlich über dem Zielwert.
Die Äußerungen von Donald Trump am 23. Mai 2026 hatten zunächst Hoffnungen auf eine baldige Deeskalation und damit sinkende Ölpreise geweckt. Bislang blieb eine umfassende Entspannung jedoch aus. Die EZB hat deshalb klargemacht, dass sie dem Inflationsrisiko entschlossen entgegenwirkt. Weitere Zinsschritte nach oben sind nicht ausgeschlossen, solange die Energiepreise hoch bleiben.
Viele Immobilieneigentümer gehen davon aus, dass die weltweiten Entwicklungen keinen großen Einfluss auf die Kaufpreise haben. Das stimmt nur bedingt. Die jüngste Zinserhöhung der EZB im Juni 2026 infolge des Iran-Konflikts setzt die Bauzinsen weiter unter Druck. Diese haben die 4-Prozent-Marke bereits überschritten. Höhere Finanzierungskosten verteuern die monatliche Rate erheblich und dämpfen die Nachfrage nach Immobilien- besonders bei variablen und kurz laufenden Darlehen.
Wenn sich Immobiliendarlehen aufgrund steigender Zinsen immer mehr verteuern, stellt dies einen klassischen Dämpfer für die Nachfrage dar. Somit sollte der Einfluss der makroökonomischen Entwicklungen nicht unterschätzt werden.
Sofern die Inflation vor allem durch steigende Öl- und Energiekosten zustande kommt, kann sich dies auf eine Immobilienklasse jedoch sogar trotz steigender Zinsen wertsteigernd auswirken: auf energieeffiziente Gebäude. In diesem Segment ist durchaus ein Preisanstieg durch zunehmende Nachfrage auch in einem sehr schwierigen wirtschaftlichen Umfeld möglich. Daher können Neubauten bzw. gut sanierte Objekte in Top-Lagen auch 2026 teurer werden und zwar teilweise sogar teurer als ohne makroökonomische Krisen. Dies gilt insbesondere für Städte wie München und hier ganz besonders für die Top-Lagen wie z.B. in Schwabing, Bogenhausen, Maxvorstadt, Lehel oder Harlaching. Wir rechnen hier auch 2026 aufgrund des knappen Angebots, dass Preisanstiege von bis zu 4 % möglich sind.
Zu den Gewinnern zählen die Verkäufer von energieeffizienten Wohnungen und Häusern in wachstumsstarken Städten wie München, insbesondere wenn sich die Objekte in zentrumsnahen Lagen mit guter ÖPNV-Anbindung befinden.
Zu den Verlierern zählen unsanierte Bestandsimmobilien mit hohem Energieverbrauch, ländliche und strukturschwache Regionen, sowie überteuerte Neubau-Projekte mit langen Fertigstellungszeiten- wegen steigenden Handwerkerpreisen.
Tipps für Eigentümer:
Wenn sich Ihre Immobilie in einem älteren Gebäude befindet, bei dem die WEG noch keine energetischen Sanierungsmaßnahmen beschlossen hat, können Sie den Verkaufspreis dennoch durch gezielte wertsteigernde Maßnahmen erheblich verbessern. Gerne beraten wir Sie individuell, welche Maßnahmen für Ihre konkrete Immobilie in Betracht kommen. Vereinbaren Sie einen Termin mit uns oder fordern Sie weitere Informationen an- wir behalten die Märkte für Sie im Blick.